Aufgaben und Ziele

Der „Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+“ zeichnet einen Zukunftspfad für die räum­liche Entwicklung der Region bis zum Jahr 2038 und darüber hinaus auf. Die bestehenden Potenziale sollen im Kontext der Raumstrategie gebündelt und in ein konsensfähiges Raumbild überführt werden. Der Raumstrategieprozess fungiert dabei als Diskussi­onsforum für die regionalen Akteure mit dem Ziel, tragfähige Bausteine und Zielvorstellungen gemeinsam zu definieren. Es gilt zeitnah die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft im Rheinischen Revier zu stellen, um den vielfältigen Zukunftsaufgaben mit einer durchdachten, nachhaltigen und tragfähi­gen Transformationsstrategie zu begegnen.

  • Raumanalyse und Monitoring

  • Siedlungsentwicklung

  • Wirtschafts- und Gewerbeflächenentwicklung

  • Freiraumentwicklung und -nutzung

  • Sicherung von Qualität, Innovation und Transfer

  • Polyzentrische Raumentwicklung

Foto ©: RWE POWER AG
Wir alle wissen, dass mit dem politischen Beschluss des frühzeitigen Ausstiegs aus der Braunkohleförderung das Rheinische Revier vor großen Transformations­aufgaben steht. Genau diese gilt es jetzt dahingehend zu gestalten, dass hier eine Modellregion für Europa und darüber hinaus entstehen wird.
Univ. Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher
Vorsitzende Revierknoten Raum

Raumstrategie 2038+ Ziele

Die Raumstrategie 2038+ soll in einem intensiven regionalen Diskurs Herausforderungen und Potenziale identifizieren und gemeinsame programmatische und räumliche Zielvorstellungen sowie Leitplanken mit den Akteuren vor Ort entwickeln. Die hohe Dynamik des Strukturwandelprozesses sowie die Komplexität der anstehenden Herausforderungen in den unterschiedlichen Teilräumen erfordern einen integrativen Planungsprozess. Neben langfristigen Zielaussagen für die Gesamtregion werden kurz- und mittelfristige Lösungsansätze auf Teilraum- und Projektebene benötigt.

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Kontextualisierung Vorteile informelle Planung & Instrumente

Informelle Planung bezeichnet ein konsensorientiertes Planungsverfahren, welches durch kooperative Prozesse schon im Vorfeld von rechtsverbindlichen Planungsschritten versucht, mögliche Konflikte zu klären oder auszugleichen. Die im engen Dialog mit den Akteuren vor Ort erarbeitet Zukunftsvision erreicht durch transparente Prozesse eine hohe Akzeptanz und erleichtert die spätere Umsetzung planerischen Handelns.

Im ersten Schritt werden handlungs- und problemorientierte räumliche Analysen der Region erarbeitet sowie die regionalen Vorarbeiten ausgewertet. Denn der Planungsprozess fängt nicht bei „Null“ an, son­dern kann auf zahlreiche Planungen der Region aufbauen. Ebenso stellen die Ergebnisse und Fachbeiträ­ge der Regional- und Braunkohleplanung wichtige Bausteine zur Erarbeitung verständlicher und kommunizierbarer Bilder und Strategien dar.

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Prozessbeteiligte

Die Raumstrategie wird durch drei Gremien begleitet: Steuerungsgruppe, Steuerungsgruppe Plus und Expertenbeirat. Die regelmäßige Einbindung aller Gremien bildet die Grundlage eines konsensgetragenen gesamtregionalen Leit- und Raumbildes. Als Diskussions­grundlage dienen die im fortlaufenden Prozess weiterentwickelte Ergebnis­se der Mehrfachbeauftragung.

Steuerungsgruppe

Die Steuerungsgruppe besteht aus FachakteurInnen der Region (u. a. Kreise, Bezirksregierung, Zweckverbände) und zuständigen Landesministerien.

Steuerungsgruppe Plus

Die Steuerungsgruppe Plus, bestehend aus Vertretern der jeweiligen Fraktionen der Regionalräte Köln und Düsseldorf und ergänzt das Gremium als regionalpolitische Begleitung.

Expertenbeirat

Den „Blick von außen“ liefert der Expertenbeirat. Bestehend aus nationalen und internationalen Fach- und Planungsexperten, sichert der Beirat die prozessuale als auch fachlich Qualität. Das breite Spektrum der Experten deckt dabei u. a. die Themenfelder Stadtentwicklung, Wirtschaft, Zukunftsforschung sowie Freiraum und Klimaschutz ab.

Der Expertenbeirat

Die Mitglieder des Expertenbeirates:

Peter Bertholet Parkstadt Stadtregion Limburg

Klaus Dosch Faktor X Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH

Martina Fromhold-Eisebith RWTH Aachen, Lehrstuhl Wirtschaftsgeografie

Hans Hoorn Stadtsoziologe, ehem. stellvertretender Direktor Stadtentwicklungsamt Maastricht

Wilhelm Natrup Amtschef des Amts für Raumentwicklung, Kanton Zürich

Prof. Dr. Lars Ribbe TH Köln, Fakultät für Raumentwicklung und Infrastruktursysteme, Institute for
Technology and Resources Management in the Tropics and Subtropics (ITT)

Prof. Mark Michaeli Technische Universität München, Lehrstuhl für Nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land

Wie kann ich mich einbringen?

Eine Zukunftsvision ist nur tragfähig, wenn sie eine hohe Akzeptanz erfährt. Das setzt natürlich voraus, dass sie transparent und im engen Dialog mit BürgerInnen erarbeitet wird. Zu diesem Anlass findet ein zweitägiges Zwischenkolloquium im September 2021 statt.

Der erste Tag dient der öffentlichen Präsentation und Diskussion aktueller Arbeitsstände der drei Planungsteams. Anschließend haben BürgerInnen sowie VertreterInnen der Fachöffentlichkeit die Möglichkeit sich an einem offenen Diskurs zu beteiligen.

Am Folgetag erarbeiten die Planungsteams und der Auftraggeber, aufbauend auf den Erkenntnissen aus der Diskussion und Beteiligung, Handlungsansätze zur Überarbeitung der jeweiligen Zwischenergebnisse. Zugleich werden räumliche und thematische Vertiefungsbereiche für die zweite Arbeitsphase identifiziert.

Aktuelle Termine

FAQ Häufig gestellte Fragen

  • Was ist die Aufgabe des Revierknoten »Raum«?

    Der Revierknoten Raum begleitet als einer von sieben Revierknoten den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Als Teil der »Zukunftsagentur Rheinisches Revier« bearbeitet er den programmatischen Rahmen für die räumliche Entwicklung der Region und unterstützt regionale Akteure bei der Initiierung und Durchführung von Förderprojekten.

  • Wer steckt dahinter?

    Der Revierknoten »Raum« ist ein interdisziplinäres Team aus Planer:innen und Architekt:innen, welches die Kompetenzen aus Raumplanung, Stadtplanung und Architektur vereint und die räumliche Entwicklung der Region im Fokus hat. Der Revierknoten »Raum« wird treuhänderisch vom Lehrstuhl und Institut für Städtebau an der RWTH Aachen von Prof. Christa Reicher und Ralph Sterck (Zukunftsagentur Rheinisches Revier) geleitet.

  • Wie ist die Zusammenarbeit mit den anderen Revierknoten?

    Zusammen mit den Revierknoten »Infrastruktur und Mobilität« bildet der Revierknoten »Raum« das Zukunftsfeld »Raum« um den Herausforderungen und Chancen in überlappenden Themenfeldern gemeinsam zu begegnen. Des Weiteren erfolgt ein kontinuierlicher Austausch unter den Revierknoten auf Arbeitsebene, um die vorhandene Expertise für die verschiedenen Handlungsfelder und laufende Projekte bestmöglich zu nutzen. Neben dieser engeren thematischen Zusammenarbeit gestalten die Revierknoten einzeln Zielvorgaben, in ihrem zuständigen Themengebiet, unter Berücksichtigung von Projektvorschlägen und den gemeinsamen Grundsätzen der Zukunftsagentur. Somit werden Grundlagen für künftige Förderszenarien geschaffen. Neben dem Revierknoten »Raum« und dem Revierknoten »Infrastruktur und Mobilität« bilden die Revierknoten »Energie« und »Industrie« das Zukunftsfeld »Energie und Industrie« und ergänzen damit die zwei Zukunftsfelder »Ressourcen und Agrobusiness« und »Innovation und Bildung« der gleichnamigen Revierknoten. Das Ensemble der Zukunftsfelder wird durch den siebten Revierknoten »Internationale Bau- und Technologieausstellung« (IBTA) vervollständigt.

  • Welche Rolle hat die Zukunftsagentur Rheinisches Revier und das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen (MWIDE)?

    Der Revierknoten »Raum« ist Teil der Zukunftsagentur im Rheinischen Revier, welche als strategischer Partner der Bundes- und Landesregierung die Belange der Region koordiniert. Vom »Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie« des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert, bündelt die Zukunftsagentur als zentrale Koordinationsstelle zur Steuerung des Strukturwandels die Interessen und Bedarfe des Reviers.

    Neben der Moderation der Arbeit der Fachgruppen »Revierknoten«, veröffentlicht die Zukunftsagentur Förderaufrufe für Strukturwandelprojekte auf Basis des Wirtschafts- und Strukturprogramm (WSP) und informiert durch Öffentlichkeitarbeit zum Fortschreiten des Prozesses. Weiterhin ist die Zukunftsagentur Organisator für Veranstaltungen wie dem Format der »Revierkonferenzen« und bietet Bürgerdialoge und Beratungen für Akteur:innen die im Strukurwandelprozess beteiligt sind an.

  • Warum eine »Raumstrategie«?

    Mit dem Rahmenprozess »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« wird auf Basis bestehender regionaler Konzepte und Analysen eine gesamtregionale Entwicklungsstrategie erarbeitet, welche die Herausforderungen des Strukturwandels in der Region adressiert und Lösungswege aufzeigt. Dabei wird ein integrierter Ansatz verfolgt, der speziell auf die lokalen Besonderheiten und Bedarfe der Region abgestimmt ist. Als tragfähige gemeinsame Vision bildet die »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« gemeinsame Ziele ab und kann damit Orientierungspunkt für alle Akteure im Strukturwandelprozess sein.

  • Welche Formate werden im Zuge der »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« durchgeführt?

    Die im Rahmen des Raumstrategie-Prozesses stattfindende »kooperative Mehrfachbeauftragung« soll durch die parallele Bearbeitung der Planungsaufgabe durch unterschiedliche interdisziplinäre Planungsteams ein größtmögliches Ideenspektrum als Diskussionsgrundlage für die regionalen Akteur:innen bilden.

    Parallel werden die in der Raumdiagnose entstehenden Kartenwerke auf einer online Plattform Namens »Raumlabor« den Bürger:innen mit partizipativen Kommentarfunktionen zur Verfügung stehen.

    Außerdem begleiten thematische und teilräumliche Workshop-Formate wie die »Tagebauumfelder-Workshops« und das Format der »Orte der Zukunft«, sowie die Veranstaltungsreihe »Reviertalks« mit Fachaktuer:innen der Region den Prozess.

  • Was passiert in den einzelnen Phasen im Raumbildprozess zur »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« und auf welchem zeitlichen Horizont bewegen wir uns?

    Der Gesamtprozess »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« besteht aus drei Phasen:

    * Phase 0 – Dynamische Raumdiagnose als Basis für die zu erarbeiteten Konzepte
    * Phase 1 – Diskurs der Raumvision (im Rahmen der Mehrfachbeauftragung)
    * Phase 2 – Teilräumliche Vertiefungen (im Rahmen der Mehrfachbeauftragung)
    * Phase 3 – Zusammenführung der Raumbildvarianten in der »Raumstrategie Rheinisches Revier 1.0«

    Die Phase 0 bildet als sogenannte »Raumdiagnose« durch die Zusammenschau der bereits bestehenden teilräumlichen und thematischen Konzepte die Basis für die zu erarbeiteten Planungsaufgabe.

    Zum andern werden die fortlaufenden analytischen Ergebnisse aus der »Raumdiagnosephase« während der Durchführung der weiteren Phasen in den Prozess eingespeist.

    Die Mehrfachbeauftragung zum Raumbild erstreckt sich über die Phasen 1 und 2. Hier wird in einer ersten Phase der Diskurs zur Raumvision durch das Erstellen von drei Raumbildvarianten eröffnet, während die drei Planungsteams in einer zweiten Phase thematische und teilräumliche Vertiefungen erarbeiten. In der dritten und letzten Phase werden die in der Mehrfachbeauftragung entstandenen räumlichen Möglichkeiten zu einem Raumbild, der »Raumstrategie Rheinisches Revier 1.0« zusammengeführt.

    Die Veröffentlichung der ersten Ergebnisse der Planungsteams aus der Mehrfachbeauftragung ist für den Winter 2021 datiert. Ein erster Aufschlag für eine gesamträumlich zusammengeführtes Raumbild im Sinne der »Raumstrategie Rheinisches Revier 1.0« ist für den Frühsommer 2022 vorgesehen.

    Mit der »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« begleitet der Revierknoten Raum mittel- bis langfristig in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Strategie die räumliche Entwicklung der Region sowie Projekte und Prozesse zur Bewältigung und Gestaltung des Strukturwandels.

  • Wie kann ich mich als Bürger:in einbringen?

    Als Bürger:innen der Region wird es Ihnen möglich sein, auf unserem interaktiven Kartenwerk, dem Raumlabor, sich aktiv in den Diskurs durch eine Kommentarfunktion einzubringen.

    Außerdem gibt es die Möglichkeit an öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen der Mehrfachbeauftragung zum Raumbild teilzunehmen. Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen entnehmen Sie bitte den Ankündigungen auf dieser Homepage. Für Fragen an den Revierknoten Raum wenden Sie sich bitte an Christine Schrooten.

    Das monatliche Veranstaltungsformat »Reviertalks« bietet ihnen die Möglichkeit an thematischen Fachvorträgen teilzunehmen und sich fortlaufend über den regionalen Diskurs zu informieren.

  • An wen können sich Unternehmen im Zukunftsfeld Raum wenden?

    Zu Anfragen aus dem Zukunftsfeld »Raum« wenden Sie sich bitte an Benjamin Vossen vom Revierknoten »Raum« oder an Sven Schuhmacher vom Revierknoten »Infrastruktur und Mobilität«.