Der Prozess

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und der hohen Dynamik, in der sich die Rahmenbedingungen in der Region verändern, werden statische Analysen im Rheinischen Revier insbesondere in den kommenden Jahren nur eine geringe Halbwertszeit und entsprechend oftmals nur eine eingeschränkte Aussagekraft besitzen. Die aktuell durch den Revierknoten Raum bearbeitete Phase 0 beschränkt sich daher nicht auf eine Analyse bis zu einem bestimmten Stichtag, sondern ist als ein kontinuierlicher Prozess angelegt.

Foto ©: Fabio Bayro Kaiser

Prozess Die Phasen der Raumstrategie

Der Planungsprozess gliedert sich in drei Phasen. Vorgelagert und prozessbegleitend erfolgt die dynamische Raumdiagnose, welche als laufend fortgeschriebene Bestandsaufnahme und Analyse fungiert und stetig thematisch erweitert wird.

Phase 1 Raumbildvarianten

Die drei Planungsteams erarbeiten in unterschiedlichen Varianten, aufbauend auf der dynamischen Raumdiagnose, räumliche Leitbilder sowie Entwicklungsziele für den Gesamtraum des Rheinischen Reviers.

Phase 2 Konkretisierung

In der zweiten Phase werden die gesamträumlichen Leitbilder auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und Zeitkorridoren teilräumlich und thematisch vertieft und konkretisiert.

Phase 3 Zusammenführung

Die durch die Planungsteams erarbeiteten Raumbilder werden im Strategiepapier, der Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+, zusammengeführt. Diese wird stetig weiterentwickelt und fortgeschriebenen.

Prozessbegleitend Raumdiagnose

Vorarbeiten / Studien der Region

  • Masterplan Indeland
  • Landfolge Garzweiler
  • Tagebau-Umfeldinitiative Hambach

Studien / Analysen Revierknotten

  • Integrierte Raumanalyse
  • Grundlagenuntersuchung Mobilität

Aktuelle Rahmenbedienungen

  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • Befüllungsgrad Restseen
  • Förderlinien / Umsetzungsprojekte

Formale Planung

  • Regionalplanung Köln
  • Regionalplanung Düsseldorf
  • Landesentwicklungsplanung
  • Braunkohlenplan

Phase 0 | Prozessbegleitend Dynamische Raumdiagnose

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und der hohen Dynamik, in der sich die Rahmen­bedingungen in der Region verändern, werden sta­tische Analysen im Rheinischen Revier insbeson­dere in den kommenden Jahren nur eine geringe Halbwertszeit und entsprechend oftmals nur eine eingeschränkte Aussagekraft besitzen. Um der Dynamik des Prozesses gerecht zu werden, erfolgt die Zusammenstellung der Analysen dabei nicht klassisch sektoral sondern handlungs- und lösungsorientiert anhand von konkreten Fragestellungen. Die Ergebnisse der Phase dienen als Grundlage der konkreten inhaltlichen Aufgabenstellung für die Mehrfachbeauftragung.

Phase 1 Diskurs der Raumvision

In der ersten Phase werden im Rahmen der Mehrfachbeauftragung in unterschiedlichen Varianten räumliche Leitbilder sowie räumliche Entwicklungsziele für den Gesamtraum des Rheinischen Reviers erarbeitet. Nach der Auswertung der bestehenden Vorarbeiten der Region und auf Grundlage der in Phase 0 laufend weiterentwickelten Erkenntnisse sowie unter Berücksichtigung aktueller Rahmenbedingungen sollen kurz-, mittel- und langfristige Perspektiven für die Region erarbeitet werden. Die Ergebnisse werden in breit angelegten Workshop- und Beteiligungsformaten in mehreren Phasen diskutiert und überarbeitet. Ziel der Mehrfachbeauftragung ist es, ein möglichst breites Spektrum an Lösungsansätzen und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Die tragfähigen und positiv diskutierten Ansätze bilden im Anschluss die Grundlage für das gesamtregionale Leit- und Raumbild.

Die von den drei Teams auf dem Zwischenkolloquium am 10.11. und 11.11.2021 vorgestellten Zwischenergebnisse finden Sie hier.

Phase 2 Konkretisierung und räumliche Vertiefung

In der zweiten Phase werden die gesamträumlichen Leitbilder auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und Zeitkorridoren teilräumlich und thematisch vertieft. Bei den Konkretisierungen handelt es sich um konzeptionelle Zielaussagen und konkrete Lösungsansätze für relevante Themenfelder.

besonders stark vom Strukturwandel betroffene Teil- oder Potenzialbereiche (z.B. Tagebauumfelder, Kraftwerksstandorte und Konversionsflächen) und um spezifische umsetzungsrelevante Fragestellungen. Die konkreten Aufgabenstellungen und Vertiefungen ergeben sich aus den aktuell relevanten Fragestellungen und Handlungserfordernissen sowie den identifizierten Schwerpunktthemen aus Phase 1.

Phase 3 Zusammenführung Raumstrategie 1.0

Die nochmals überarbeiteten Ergebnisse der unterschiedlichen Prozessphasen werden anschließend in ein Strategiepapier, der Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+ 1.0, durch den Revierknoten Raum zusammengeführt und veröffentlicht. Die Raumstrategie wird dabei in den kommenden Jahren in enger Taktung stetig fortgeschrieben und erweitertet, um auch langfristig einen Orientierungsrahmen für die räumliche Entwicklung zu bilden.

Schwerpunkte Zielsystem

Unabhängig von einem künftigen Leitbild hat die Zukunftsagentur fünf Entwicklungslinien definiert, die unterschiedliche Schwerpunkte der Transformation der Region beschreiben.

Lebenswerte Region

Die Region soll Menschen zum Besuchen und Bleiben einladen, gleichzeitig sollen sich alt-eingesessene Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin mit ihrem Revier identifizieren.

Leistungsstarke Region

Durch eine konsequente Orientierung an bestehenden und künftig wichtigen Stärken soll das Rheinische Revier eine der leistungsstärksten und wettbewerbsfähigsten Regionen Europas werden.

Innovative Region

Durch die exzellente Forschungslandschaft, die innovativen Unternehmen der Region und die Umsetzung zukunftsweisender Konzepte soll das Rheinische Revier sein enormes Innovationspotenzial voll entfalten.

Klimaneutrale Region

Erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz und ressourcensparender Konsum sollen das Rheinische Revier zu einer der ersten weitgehend klimaneutralen Regionen Europas werden lassen.

Vernetzte Region

Das Rheinische Revier soll zu einer in sich und im interregionalen und globalen Kontext stark vernetzten Region werden, um die ausgezeichnete zentrale Lage in Europa gekonnt in Wert zu setzen.

Teilnahme Adressaten des Prozesses

Die besondere Herausforderung liegt darin, die Menschen in den Kommunen, Städten und Dörfern, die Politiker, die Akteure in Verwaltung, Verbänden und Unternehmen über den Wandlungs- und Veränderungsprozess zu informieren und später zur aktiven Konzipierung bzw. Teilnahme an Umsetzungsprojekten zu animieren. Insbesondere im Themenbereich räumlicher Planung und künftiger Flächennutzung können nur Prozesse, die mit breiter Beteiligung aller Akteure verständlich gemacht und breit getragen werden, erfolgreich umgesetzt werden und die notwendige Schubkraft in der Region befördern.

Prozess Mehrfach­beauftragung & Kooperations­werkstatt

Die Mehrfachbeauftragung kommt überwiegend bei Planungsaufgaben oder Ideenfindungsprozessen im Bereich des Städtebaus und der Landschaftsplanung zum Einsatz und hat das Ziel, innovative und integriert gedachte Lösungen zu finden. Ein Zukunftspfad, kooperativ erarbeitet von drei renommierten Planungsbüros, verspricht die Weichen für eine erfolgreiche räum­liche Entwicklung im Rheinischen Revier zu stellen. Die Ergebnisse der Phase 0 dienen dabei als Grundlage der konkreten inhaltlichen Aufgabenstellung für die Phasen 1 und 2.

Nach einer ersten mehrwöchigen Arbeitsphase soll im Rahmen einer ganztägigen Kooperationswerkstatt ein gemeinsames Raumverständnis entwickelt werden. Dabei sollen die Planungsteams ihre jeweiligen aktuellen Arbeitsstände und die bisherige und weitere Vorgehensweise präsentieren sowie untereinander diskutieren und offene Fragen klären. Darüber hinaus erhalten die Teams einen Fachinput von Herrn Prof. Dr. Stefan Greiving der TU Dortmund zu den Themen Kli­ma­wan­delanpassung und Hochwasserschutz.

FAQ Häufig gestellte Fragen

  • Was ist die Aufgabe des Revierknoten »Raum«?

    Der Revierknoten Raum begleitet als einer von sieben Revierknoten den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Als Teil der »Zukunftsagentur Rheinisches Revier« bearbeitet er den programmatischen Rahmen für die räumliche Entwicklung der Region und unterstützt regionale Akteure bei der Initiierung und Durchführung von Förderprojekten.

  • Wer steckt dahinter?

    Der Revierknoten »Raum« ist ein interdisziplinäres Team aus Planer:innen und Architekt:innen, welches die Kompetenzen aus Raumplanung, Stadtplanung und Architektur vereint und die räumliche Entwicklung der Region im Fokus hat. Der Revierknoten »Raum« wird treuhänderisch vom Lehrstuhl und Institut für Städtebau an der RWTH Aachen von Prof. Christa Reicher und Ralph Sterck (Zukunftsagentur Rheinisches Revier) geleitet.

  • Wie ist die Zusammenarbeit mit den anderen Revierknoten?

    Zusammen mit den Revierknoten »Infrastruktur und Mobilität« bildet der Revierknoten »Raum« das Zukunftsfeld »Raum« um den Herausforderungen und Chancen in überlappenden Themenfeldern gemeinsam zu begegnen. Des Weiteren erfolgt ein kontinuierlicher Austausch unter den Revierknoten auf Arbeitsebene, um die vorhandene Expertise für die verschiedenen Handlungsfelder und laufende Projekte bestmöglich zu nutzen. Neben dieser engeren thematischen Zusammenarbeit gestalten die Revierknoten einzeln Zielvorgaben, in ihrem zuständigen Themengebiet, unter Berücksichtigung von Projektvorschlägen und den gemeinsamen Grundsätzen der Zukunftsagentur. Somit werden Grundlagen für künftige Förderszenarien geschaffen. Neben dem Revierknoten »Raum« und dem Revierknoten »Infrastruktur und Mobilität« bilden die Revierknoten »Energie« und »Industrie« das Zukunftsfeld »Energie und Industrie« und ergänzen damit die zwei Zukunftsfelder »Ressourcen und Agrobusiness« und »Innovation und Bildung« der gleichnamigen Revierknoten. Das Ensemble der Zukunftsfelder wird durch den siebten Revierknoten »Internationale Bau- und Technologieausstellung« (IBTA) vervollständigt.

  • Welche Rolle hat die Zukunftsagentur Rheinisches Revier und das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen (MWIDE)?

    Der Revierknoten »Raum« ist Teil der Zukunftsagentur im Rheinischen Revier, welche als strategischer Partner der Bundes- und Landesregierung die Belange der Region koordiniert. Vom »Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie« des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert, bündelt die Zukunftsagentur als zentrale Koordinationsstelle zur Steuerung des Strukturwandels die Interessen und Bedarfe des Reviers.

    Neben der Moderation der Arbeit der Fachgruppen »Revierknoten«, veröffentlicht die Zukunftsagentur Förderaufrufe für Strukturwandelprojekte auf Basis des Wirtschafts- und Strukturprogramm (WSP) und informiert durch Öffentlichkeitarbeit zum Fortschreiten des Prozesses. Weiterhin ist die Zukunftsagentur Organisator für Veranstaltungen wie dem Format der »Revierkonferenzen« und bietet Bürgerdialoge und Beratungen für Akteur:innen die im Strukurwandelprozess beteiligt sind an.

  • Warum eine »Raumstrategie«?

    Mit dem Rahmenprozess »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« wird auf Basis bestehender regionaler Konzepte und Analysen eine gesamtregionale Entwicklungsstrategie erarbeitet, welche die Herausforderungen des Strukturwandels in der Region adressiert und Lösungswege aufzeigt. Dabei wird ein integrierter Ansatz verfolgt, der speziell auf die lokalen Besonderheiten und Bedarfe der Region abgestimmt ist. Als tragfähige gemeinsame Vision bildet die »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« gemeinsame Ziele ab und kann damit Orientierungspunkt für alle Akteure im Strukturwandelprozess sein.

  • Welche Formate werden im Zuge der »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« durchgeführt?

    Die im Rahmen des Raumstrategie-Prozesses stattfindende »kooperative Mehrfachbeauftragung« soll durch die parallele Bearbeitung der Planungsaufgabe durch unterschiedliche interdisziplinäre Planungsteams ein größtmögliches Ideenspektrum als Diskussionsgrundlage für die regionalen Akteur:innen bilden.

    Parallel werden die in der Raumdiagnose entstehenden Kartenwerke auf einer online Plattform Namens »Raumlabor« den Bürger:innen mit partizipativen Kommentarfunktionen zur Verfügung stehen.

    Außerdem begleiten thematische und teilräumliche Workshop-Formate wie die »Tagebauumfelder-Workshops« und das Format der »Orte der Zukunft«, sowie die Veranstaltungsreihe »Reviertalks« mit Fachaktuer:innen der Region den Prozess.

  • Was passiert in den einzelnen Phasen im Raumbildprozess zur »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« und auf welchem zeitlichen Horizont bewegen wir uns?

    Der Gesamtprozess »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« besteht aus drei Phasen:

    * Phase 0 – Dynamische Raumdiagnose als Basis für die zu erarbeiteten Konzepte
    * Phase 1 – Diskurs der Raumvision (im Rahmen der Mehrfachbeauftragung)
    * Phase 2 – Teilräumliche Vertiefungen (im Rahmen der Mehrfachbeauftragung)
    * Phase 3 – Zusammenführung der Raumbildvarianten in der »Raumstrategie Rheinisches Revier 1.0«

    Die Phase 0 bildet als sogenannte »Raumdiagnose« durch die Zusammenschau der bereits bestehenden teilräumlichen und thematischen Konzepte die Basis für die zu erarbeiteten Planungsaufgabe.

    Zum andern werden die fortlaufenden analytischen Ergebnisse aus der »Raumdiagnosephase« während der Durchführung der weiteren Phasen in den Prozess eingespeist.

    Die Mehrfachbeauftragung zum Raumbild erstreckt sich über die Phasen 1 und 2. Hier wird in einer ersten Phase der Diskurs zur Raumvision durch das Erstellen von drei Raumbildvarianten eröffnet, während die drei Planungsteams in einer zweiten Phase thematische und teilräumliche Vertiefungen erarbeiten. In der dritten und letzten Phase werden die in der Mehrfachbeauftragung entstandenen räumlichen Möglichkeiten zu einem Raumbild, der »Raumstrategie Rheinisches Revier 1.0« zusammengeführt.

    Die Veröffentlichung der ersten Ergebnisse der Planungsteams aus der Mehrfachbeauftragung ist für den Winter 2021 datiert. Ein erster Aufschlag für eine gesamträumlich zusammengeführtes Raumbild im Sinne der »Raumstrategie Rheinisches Revier 1.0« ist für den Frühsommer 2022 vorgesehen.

    Mit der »Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+« begleitet der Revierknoten Raum mittel- bis langfristig in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Strategie die räumliche Entwicklung der Region sowie Projekte und Prozesse zur Bewältigung und Gestaltung des Strukturwandels.

  • Wie kann ich mich als Bürger:in einbringen?

    Als Bürger:innen der Region wird es Ihnen möglich sein, auf unserem interaktiven Kartenwerk, dem Raumlabor, sich aktiv in den Diskurs durch eine Kommentarfunktion einzubringen.

    Außerdem gibt es die Möglichkeit an öffentlichen Veranstaltungen im Rahmen der Mehrfachbeauftragung zum Raumbild teilzunehmen. Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen entnehmen Sie bitte den Ankündigungen auf dieser Homepage. Für Fragen an den Revierknoten Raum wenden Sie sich bitte an Christine Schrooten.

    Das monatliche Veranstaltungsformat »Reviertalks« bietet ihnen die Möglichkeit an thematischen Fachvorträgen teilzunehmen und sich fortlaufend über den regionalen Diskurs zu informieren.

  • An wen können sich Unternehmen im Zukunftsfeld Raum wenden?

    Zu Anfragen aus dem Zukunftsfeld »Raum« wenden Sie sich bitte an Benjamin Vossen vom Revierknoten »Raum« oder an Sven Schuhmacher vom Revierknoten »Infrastruktur und Mobilität«.